Auszüge aus der Chronik des Madlenerhauses

Die wechselvolle Geschichte des Madlenerhauses ist typisch für die Erschließung der Alpen  -  geprägt durch den modernen Hochgebirgstourismus und die Nutzung der Wasserkraft.

August 1884 Eröffnung des 1882 durch die Sektion Vorarlberg begonnenen Baues des Madlenerhauses. Das Haus aus Mauerwerk enthielt Küche, 2 Zimmer mit 10 Betten, ein Zimmer für den Wirt und ein Heulager im Dachboden.
Mai 1901 Aus dem Pachtvertrag zwischen der Sektion Vorarlberg und dem Pächter Heinrich Jehle aus Mathon im Paznauntal:

“ Der Pachtzins beträgt 80 Kronen. Der Pächter ist nicht verpflichtet, die Speisen und Getränke gemäß dem Angebot in unbeschränkter Menge vorrätig zu halten. Das Vorhandene muss stets bester Qualität sein und in angemessenen Portionen verabreicht werden. Der Pächter ist verpflichtet, gegen die Gäste ein freundliches, aufmerksames Benehmen zu beachten, sich größter Reinlichkeit zu befleißen und die Bettwäsche nach jedem Gebrauche durch frische zu ersetzen.”
Juni 1906 Verkauf des Madlenerhauses durch die Sektion Vorarlberg an die Sektion Wiesbaden. Diese besitzt seit 1896 die “Wiesbadener Hütte” am Ende des Ochsentales:

“Das Madlenerhaus hat für immer diesen Namen beizubehalten aus Pietät gegen den hochverdienten Vorstand der Sektion Vorarlberg - Herrn Andreas Madlener. Dasselbe ist wenigstens innerhalb der nächsten 3 Jahre zu vergrößern und entsprechend auszustatten.”
Historisches Gruppenbild zur Übernahme
Januar 1908 Erwerb des dinglichen Rechtes auf Benutzung des Grundstückes:

“...Desgleichen soll die Sektion das Recht haben, Tische und Bänke aufzustellen zwischen dem Madlenerhaus und dem Illbette...
Die Gemeinde räumt das Recht ein, das zum Betrieb der Wirtschaft nötige Wasser von der Alp, wo es immer zu finden, zu beziehen...
das nötige Brennholz, nicht aber Bauholz von der Alp zu beziehen”.
Juni 1938 Wie alle Hütten in der Silvretta muß das Madlenerhaus Lagerstellen an den österreichischen Zollgrenzschutz vermieten.
Mai 1939 Grundbuch-Eintrag:

“...die Verpflichtung, Bergsteiger für immerwährende Zeiten zu beherbergen.”
Historische
Bilder
Schäden durch Föhnstürme in den Jahren 1908, 1926, 1974
Brandschäden im Jahr 1980
Winter 2001 Großbrand - Das Madlenerhaus wird fast vollständig zerstört.
Madlenerhaus nach Großbrand
Juni 2003 Neueröffnung nach Wiederaufbau für ca. 1,4 Mio. €
Madlenerhaus kurz vor der Neueröffnung
5.Okt. 2008 Lina Haueis mit Ehemann Edi übernehmen die Pacht des Madlenerhauses von der Sektion Wiesbaden des Deutschen Alpenvereins.
Bisherige Pächter:
1901 bis 1914 Heinrich Ihle aus Mathon/Paznauntal
1915 bis 1920 Albert Lorenz aus Galtür
1921 bis 1957 Ignaz Lorenz aus Galtür
1958 bis 1965 Irma Niedermeier aus Galtür
1966 bis 1970 Toni Oberschmidt
1971  Madlenerhaus ist geschlossen
1972 bis 1976 Paula und Wilhelm Weißkopf aus Pians/Tirol
1977 bis 1982 Hermann und Olga Gufler
1983 bis 1990 Klaus Bereiter aus Gaschurn
1991 bis 1992 Theodor Wisniewsci aus Galtür
1993 bis 2000 Marlene Zangerle aus Zams/Tirol
2001 bis 2004 Herta und Franz Pejcl aus Feldkirch
2005 bis 2008 Edith Stark aus Kappl/Paznauntal
seit 2008 Lina und Edi Haueis aus Strengen am Arlberg